Mittwoch, 12. Juli 2017

Feuchtwald Barnbruch


Nadelbäume fallen für den Naturschutz in Graulingen

 

 

tdo: Bei einem Spaziergang durch den Wald bei Graulingen verraten breite Reifenspuren in den Pfützen, dass ein großes Gerät den Feuchtwald befahren hat.
In einem zwei Hektar großen Waldareal wurden standortfremde Rotfichten durch ein beauftragtes Forstunternehmen herausgesägt. Unter schwierigen Arbeitsbedingungen wurde die Maßnahme durchgeführt, da ständige Regenphasen und ein hoher Grundwasserspiegel den Einsatz erschwerten.
Die entnommenen Nadelbäume verbleiben als zersägtes Totholz in der Fläche und sollen durch Zersetzungsprozesse langfristig verarbeitet werden. Durch mehr Lichteinfall wird sich der Feuchtwald in den kommenden Jahren positiv
verändern.
Ehemalige dunkle, beschattete Bereiche werden zukünftig von Sumpfdotterblumen und Brunnenkresse besiedelt. Im Frühling dringt wieder Licht auf den Boden und erwärmt kleine Tümpel, in denen Grasfrösche ihren Laich ablegen. Die Bedingungen in dem Quellgebiet haben sich in der Vergangenheit ständig verändert. In den 1970 Jahren wurden viele Feuchtwiesen aufgeforstet. Die Unterhaltung der Entwässerungsgräben wurde irgendwann vernachlässigt, so dass viele Flächen in einem schleichenden Prozess „wiedervernässt“ wurden.

Der NABU-Uelzen konnte solch ein nasses Flurstück kaufen und mit Hilfe der BINGO-Umweltstiftung zu einem naturnahen Bruchwald herrichten. In Zukunft darf sich der Wald Barnbruch selbst entwickeln und zum Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten werden. Waldwasserläufer, Waldschnepfen und der heimliche Schwarzstorch nutzen den feuchten Wald als Habitat.

Durch regelmäßige Begehungen wird die Entwicklung im Erlenbruch dokumentiert. Seltene Schmetterlinge, wie der Kaisermantel, fliegen in den Sommermonaten durch den lichten Wald. Im Barnbruch gibt es schon heute ein großes Vorkommen des Sumpfhornkleewidderchens. Zusammen mit anderen Tier- und Pflanzenarten profitieren sie langfristig von dem „Maschineneinsatz mit breiten Spuren“.

www.nabu-uelzen.de/Feuchtwald-Barnbruch-111-0.html

Projektentwicklung: Thomas Dorschner

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